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Skiwachs Farbsystem

Warum gibt es verschiedene Gleitwachse für die unterschiedlichen Temperaturen? Reicht da kein Universalwachs?

Ein Ski oder Snowboard gleitet am Besten auf einem Luft-Wasser-Gemisch. Dieses entsteht unter dem Belag wenn sich zwischen den Schneekristallen sowohl Wasser als auch Luft befinden. Dann reduziert sich die Reibung auf ein Minimum und der Ski läuft optimal. Wenn jedoch zuviel oder zu wenig Wasser im Schnee ist, dann kann sich dieses Gemisch nicht bilden, die Gleiteigenschaften nehmen rapide ab. Das Ergebnis: ist zu viel Wasser im Schnee, saugt sich der Belag fest wie zwei Glasplatten mit Wasser dazwischen. Ist zu wenig Wasser im Schnee, entsteht Trockenreibung und damit mehr Widerstand. Diese "Extrembedingungen" werden durch das passende Wachs ausgeglichen.

Wie unterschieden sich die Wachse für Nassschnee oder Trockenschnee?

Das Prinzip ist ganz einfach. Jedes Wachs besteht aus einem Material das möglichst wasserabstoßend ist, z.B. Parafin und mehr oder weniger viel Härter der dem Wachs mehr Abriebfestigkeit gibt. Die Wachse sind also unterschiedlich hart um in jedem Schnee ein optimales Verhältnis zwischen Gleitverhalten und Abriebfestigkeit zu gewährleisten. Nasser Schnee mit runden Schneekristallen ist nicht abrassiv, d.h. das Wachs wird nur sehr wenig abgetragen, man braucht also weniger Härter dafür mehr wasserabweisendes Parafin. Kalter trockener Schnee mit scharfen Eiskristallen jedoch reißt das Wachs sehr schnell herunter, hier braucht man viel Härter damit die Wachsschicht möglichst lange erhalten bleibt. Deshalb gibt es Skiwachse in unterschiedlichen Härten welche durch verschiedene Farben den jeweiligen Schneebedingungen zugeordnet werden.  

Was bedeuten die Farben bei den Skiwachsen?

Egal welches Wachsfabrikat Du kaufst, alle Hersteller orientieren sich an einem allgemein gültigen Farbleitsystem das seit über 50 Jahren sowohl bei Gleitwachsen als auch bei Langlauf-Steigwachsen verwendet wird. Dabei steht jede Farbe für eine bestimmte Schneeeigenschaft angefangen von weiß für sehr nassen Schnee bis hin zu grün für extremen kalten Schnee. Wobei weiß meist auch die Farbe für ein Universalwachs ist. Nachfolgend findest Du hier eine Beschreibung ALLER Wachsfarben, auch wenn die meisten Wachshersteller nur einige davon Nutzen.  

Weisses Wachs - sehr weich für sehr nassen Schnee

Weißes Wachs ist fast reines Parafin mit minimalem Härteranteil. Diese Wachs ist extrem wasserabstoßend und reduziert so den Saugeffekt optimal. Dieses Wachs wird nur bei extrem nassen Schneebedingungen verwendet wenn es im Prinzip schon regnet. Gibt es als reines Wachs meist mit sehr hohem Fluoranteil oder als Additiv zum Beimischen zum gelbem Wachs. Wichtig! Nicht zu verwechseln mit Universalwachsen die ebenfalls oft weiß sind.

Gelbes Wachs - weich für nassen Schnee

Gelbes Wachs hat einen geringen Härteranteil da es für nassen Schnee mit runden Schneekristallen verwendet wird bei dem nur ein geringer Wachsabrieb vorhanden ist. Es ist grundsätzlich sehr wasserabweisend, die besten Ergebnisse werden aber bei diesem Schnee mit fluorhaltigen Wachsen, je mehr desto besser, erzielt. Wird gelbes Wachs bei aggressivem Schnee (Gletscher, Kunstschnee) verwendet, wird es sehr schnell abgetragen, bereits 10-20 km reichen. Als Universalwachs ist es deshalb nicht geeignet. 

Oranges Wachs - mittel-weich für feucht-nassen Schnee

Dieses Wachs gibt es schon länger nicht mehr bzw. nur noch als Rennlaufmischung. Du kannst es aber selber herstellen in dem Du gelb und rot mischt. Also dann wenn Du Dich wieder mal nicht entscheiden kannst ob Du gelb oder rot brauchst. Bitte beachten - auch einige Universalwachse haben die Farbe orange.

Rotes Wachs - mittelhart für feuchten Schnee

Das mit Abstand meistgebrauchte Skiwachs mittlerer Härte für feuchte Schneebedingungen. Das ist der Bereich in dem das Luft-Wasser-Gemisch am Besten gebildet wird und deshalb keine großen Ansprüche an das Wachs gestellt werden. Es hat einen sehr breiten Anwendungsbereich deshalb ist es sehr gut als Universalwachs geeignet bzw. fast alle Universalwachse basieren auf dem roten Wachs. Rote Wachse sind auch ideal als Grundwachse oder als Schutzwachse beim Lagern. Auch bei roten Wachsen gilt, je mehr Fluoranteil desto schneller.

Violettes Wachs - mittel-hart für trocken-feuchten Schnee

Violettes Wachs ist etwas härter als rotes Wachs und damit etwas abriebfester. Es ist ideal wenn die Schneebedingungen zwischen feucht und trocken wechseln. Also ebenfalls ein sehr gutes Universalwachs wenn Haltbarkeit für Dich wichtiger ist als die Gleiteigenschaften. Violett wird aus rot und blau gemischt. Je mehr Blauanteil desto länger hält es auf dem Belag.

Graues Wachs - mit Schmierzusatz für Kunstschnee

Graue oder schwarze Wachse enthalten zusätzich einen Schmierzusatz auf Molybdän-Basis. Dieses Material reduziert die Trockenreibung bei aggressiven Schneearten wie Kunstschnee oder Gletscherschnee. Graue Wachse gibt es als Einzelwachs oder als Wachsadditiv zum Beimischen mit anderen Wachsen.

Blaues Wachs - hart für trocken-kalten Schnee

Blaue Wachse haben einen hohen Härteranteil und sind sehr abriebfest und deshalb ideal wenn der Schnee sehr trocken und scharfkantig ist. Die Haltbarkeit ist deutlich höher als bei roten Wachsen, deshalb wird es von manchen auch als Universalwachs genutzt oder dem roten Wachs beigemischt. Blaues Wachse eignen sich auch sehr gut als Schutzwachs im Kantenbereich für Snowboards oder Racecarver. Dabei wird zuerst ein 2cm breiter Streifen neben der Kante mit blau gewachst und darüber kommt das Tageswachs. Das verhindert das Verbrennen des Belages im Kantenbereich, sichtbar an den weiß-grauen Flecken. 

Türkises Wachs - sehr hart für trockenen grobkörnigen Schnee

Diese Wachs ist ein Spezialwachs von Swix das parallel zu blau eingesetzt wird. Es ist ideal für trockenen grobkörnigen Altschnee der weniger aggressiv ist. 

Grünes Wachs - extrem hart für sehr kalten aggressiven Schnee

Das härteste Wachs mit höchster Abriebfestigkeit für extreme Bedingungen. Auch ideal als Schutzwachs für den Kantenbereich bei Snowboards oder Racecarvern.  

Was passiert wenn Du das falsche Wachs verwendest?

Generell gilt - schlecht gewachst ist immer noch besser als nicht gewachst. Es kommt darauf an welches Ergebnis Du erzielen möchtest. Fährst Du Skirennen oder möchtest Du als Langläufer nicht überholt werden, dann mußt Du damit leben daß Du ein paar Sekunden verlierst wenn Du Dich im Wachskoffer vergriffen hast.

Wer den ganzen Tag im Skigebiet unterwegs ist, für den spielt es keine Rolle, da sich die Schneebedingungen meistens mehrmals pro Tag abwechseln. Auf dem Gletscher ist es anders als im Tal, am sonnigen Südhang anders als am schattigen Nordhang, auf Kunstschnee anders als auf Naturschnee. Für einen optimalen Ski müsstest Du also täglich bzw. sogar während einer Abfahrt mehrmals umwachsen. Nicht sehr praktikabel, oder?

Also mußt Du Dich einfach Pi mal Auge für ein Wachs entscheiden, an kalten Tagen eher für harte Wachse, im Frühjahr eher für weiche Wachse. Als Anhaltspunkt gilt: weiche Wachse sind Anfangs schneller, nützen sich aber schneller ab und Du musst schneller nachwachsen. Harte Wachse gleiten am ersten Tag evtl. nicht so gut als Weiche, dafür hält die Wachschicht aber länger. 

Ansonsten gilt - einfach ausprobieren und Erfahrung sammeln. Das gehört zum Wachsen dazu.

 

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