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Kantenschleifer

Wie funktioniert ein Skikantenschleifer?

Ein Skikantenschleifer oder auch Feilenhalter genannt, ist ein Gerät welches eine Skifeile in einem bestimmten Winkel fixiert. Mehr kann er nicht. Die eigentliche Arbeit und verantwortlich für das Ergebnis macht/ist die Skifeile und das ist ein eigenes Thema. 

Da ich allen Herstellern unterstelle daß sie in der Lage sind ihre Geräte so zu fertigen, daß der angegebene Winkel auch eingehalten wird, spielt es also erst einmal keine Rolle welches Gerät von welchem Hersteller gekauft wird. Selbst wenn es Abweichungen sagen wir mal von +-0,5 Grad gäbe, alleine durch den Druck bzw. das leichte Verkanten beim Arbeiten hat selbst der beste Servicemann schon eine Toleranz von +-0,4 Grad.

Was macht den Unterschied zwischen den einzelnen Skikantenschleifern aus?

Bei den Skikantenschleifern stehen Merkmale wie Bedienungskomfort, Führungsstabilität und Feilenlänge im Fokus. Und natürlich die Möglichkeit deinen gewünschten Winkel schleifen zu können. Da es nur zwei nennenswerte Hersteller von Skikantenschleifern gibt, der eine sitzt in Italien und fertigt die Geräte für Holmenkol, Swix, Toko und weitere Marken und der andere ist der deutsche Hersteller SKS, kann man die Geräte in wenige Produktgruppe mit vergleichbaren Eigenschaften unterteilen. Bevor ich aber auf die einzelnen Produkte eingehe, erst einmal ein paar grundsätzliche Eigenschaften die kaufentscheidend sind.

1. Die Feilenlänge

Bei den Kantenschleifern werden Feilen von 20 bis 200mm eingesetzt. Je nach Feilenlänge lassen die Skikantenschleifer eine bestimmte Arbeitsweise zu. Die sogenannten Pocket-Kantenschleifer mit einer Feilenlänge von 20 oder 40mm sind für ein präzises Schärfen der Skikante nicht geeignet, da die Auflagefläche zu klein ist und die Geräte so schnell verkanten können. Zum einfachen (täglichen) Nachschärfen sind sie aber sehr gut geeignet und auch sehr beliebt. 

Die meistverkauften Skikantenschleifer sind die verstellbaren Geräte mit Feilenlängen zwischen 70mm und 100mm. Diese lassen sich in drei Gruppen einordnen:

Die einfachen 6-Winkel-Tuner von Holmenkol, Swix und Toko (made in italy) sind preisgünstige Geräte mit einer 80mm Feile mit denen man sowohl die Seitenkante als auch die belagseitige Kante in allen wichtigen Winkeln schleifen kann. Für normale Ansprüche vollkommen ausreichend, allerdings gibt es in 80mm Länge nur eine passende Universalfeile und eine Diamantfeile.       

Die gängigsten Geräte sind die Vario-Kantenschleifer von Holmenkol, Swix und Toko (made in Italy) mit denen man nur die Seitenkante schleifen kann. Serienmässig kommen diese Geräte mit einer 80mm Universalfeile, man kann aber Aufgrund des Zentral-Spannsystems alle Feilen von 70 bis 200mm einspannen.

Der deutsche Hersteller SKS hat verschiedene Systeme entweder mit 70mm oder 100mm Feilenlänge. Generell ist die 100mm Version vorzuziehen, da man hier mit Abstand die größe Auswahl an  Feilen bekommt. In viele Modell von SKS kann man statt einer längeren Feile auch zwei 20mm Feilen oder Schleifsteine einbauen.

Rennläufer und erfahrene Serviceleute bevorzugen feste Feilenwinkel an denen man mit einer Feilenklemme Feilen ab einer Länge von 100mm fixieren kann. Lange Feilen haben den Vorteil daß man mehr Feilenfläche fürs Geld bekommt, sie sind also etwas günstiger im Verbrauch und in der Handhabung mit dem Feilenwinkel.      

2. Mit oder ohne Rollen

Viele Vario-Kantenschleifer gibt es ohne oder mit Rollen oder Gleitköpfen in der Lauffläche. Rollen haben den Vorteil daß das Gerät leichter über den Belag gleitet und sich keine Späne unter dem Gerät festsetzen können die evtl. den Belag zerkratzen. 

3. Bearbeitung der Seitenkanten und/oder der belagseitige Kanten

Normalerweise nimmt man einen Seitenkantenschleifer zum Hinterschleifen der Seitenkante und einen Belagskanten-Feilenhalter zum Abhängen der belagseitigen Kante. Wer nicht so viel investieren möchte, für den ist ein Kombi-Kantenschleifer eine gute Alternative. Damit kann man mit einem Gerät beide Kantenflächen bearbeiten.

4. Feilen, Diamantfeilen und Schleifsteine

Diamantfeilen und Schleifsteine werden normalerweise nicht in einen Kantenschleifer eingespannt, da man freihändig mehr Gefühl dafür hat ob die Feile aufliegt. Außerdem müssen Diamantfeilen und Schleifsteine immer nass gehalten werden, damit sie nicht verstopfen. Wer trotzdem lieber mit dem Feilenhalter arbeitet sollte folgendes beachten: Diamantfeilen und Schleifsteine sind bis zu 10mm dick. Die meisten Kantenschleifer sind aber auf maximal 5mm Stärke ausgelegt, das bedeutet man sollte sich vor dem Kauf vergewissern ob beide Teile miteinander kompatibel sind. Aber auch wenn beide Teile mit 5mm angegeben sind, kann es Aufgrund der Toleranzen auch mal vorkommen dass ein paar Hunderstel fehlen.

So, das waren die wichtigsten Kaufargumente, nachfolgend findest Du eine Aufstellung über die verschiedenen Ausführungen, beginnend von einfach bis professionell.

Der richtige Kantenschleifer-Typ für Dich

 

Pocket-Kantenschleifer - Wer seine Ski oder Snowboards immer ins Sportgeschäft bringt, für den ist ein Pocket-Kantenschleifer eine Überlegung wert. Damit kannst Du nach dem Skitag mit wenig Aufwand die Kante nachschärfen. Bewährt haben sich hier die SKS-Edge Trick Geräte mit 20mm Alu-Oxydsteinen oder der Diamantfeile. Ein paar Mal leicht über die Kante ziehen und schon ist sie wieder scharf. Funktioniert natürlich nur wenn die Kante nicht zu stark abgenutzt ist. Die italienische Version (Holmenkol, Swix, Toko) arbeitet mit 40mm Stahlfeilen, damit können auch stärker abgenutzte Kanten nachgeschliffen werden, allerdings wird damit auch mehr Material von der Kante genommen. Als Alternative kann man auch eine mittlere Diamantfeile ohne Feilenhalter nehmen.

70mm-Kantenschleifer - die preisgünstigsten vollwertigen Kantenschleifer mit 70mm Feilen kommen vom deutschen Hersteller SKS. Die seit Jahren bewährten Geräte sind ohne Rollen und in verschiedenen Ausführungen mit festen oder verstellbaren Winkeln zu unschlagbaren Preisen erhältlich. Die 70mm Geräte sind sehr kompakt und ideal zum Mitnehmen, allerdings ist die Auswahl an Feilen begrenzt.    

6-Winkel Tuner - Wer eine preiswerte Lösung für die beidseitige Kantenbearbeitung sucht bekommt mit einem 6-Winkel-Tuner ein funktionelles Gerät mit dem sich gute Ergebnisse erzielen lassen. Die Präzision ist genau so gut wie bei allen anderen Geräten, lediglich die 80mm Feilenaufnahme schränkt die Auswahl an Feilen stark ein. Momentan gibt es nur zwei Feilen in der Länge, wobei die Originalfeile vom schweizer Hersteller Vallorbe qualitativ sehr hochwertig ist. Der 6-Winkel-Tuner ist vom italienischen Hersteller und wird von Holmenkol, Swix und Toko verkauft.

Vario-Seitenkantenschleifer mit Mittelspanner - ebenfalls aus Italien kommen die meisten verstellbaren Seitenkantenschleifer von Holmenkol, Swix und Toko in jeweils zwei Ausführungen mit oder ohne Rollen. Serienmässig werden sie ebenfalls mit der 80mm Vallorbe Universalfeile ausgeliefert, dank des Mittelspanner-Systems können aber alle Feilen zwischen 70 und 200mm verwendet werden. Damit hat man bei Bedarf die volle Auswahl an Feilen.

SKS Vario-Kantenschleifer mit Rollen - die größte Auswahl an innovativen Kantenschleifern hat SKS. Alle Geräte dieser Serie sind mit großen Messingrollen und einem Vario-Verstellsystem mit 0,5 Grad Abstufung ausgestattet. Die meisten dieser Kantenschleifer habe eine 100mm Feilenaufnahme in der man entweder zwei 20mm oder eine 100mm Feile verwenden kann. Damit sind Feilen in allen Qualtitässtufen einsetzbar bis hin zur superscharfen Hartmetall-Feile. Für besondere Aufgaben gibt es die Swing-Cut Modelle mit beweglichen Feilenhalter für stark taillierte Ski oder Snowboards mit Wellenschliff oder die Racing-Modelle mit Hartmetall-Messer für den Spezialisten. Besonders interessant sind die Kombi-Kantenschleifer von SKS mit bestem Preis-Leistungsverhältnis. Und alles made in Germany.

Feilenwinkel für die Seitenkante - Rennläufer und anspruchsvolle Serviceleute verwenden überwiegend feste Feilenwinkel aus Aluminium oder Edelstahl zum Hinterschleifen dere Seitenkanten. Daran lassen sich mit einer Feilenzwinge alle Feilen und Schleifsteine fixieren. Am gängigsten sind die Aluminium-Winkel die sich eigentlich nur optisch voneinander unterscheiden. Edelstahl-Winkel sind langlebiger und schwerer, manche bevorzugen das höhere Gewicht beim Arbeiten.

Feilenhalter für die belagseitige Kante - diese gibt es als Fix-Winkel oder als Vario-Feilenhalter wenn man flexibel bleiben möchte. Wer sich nicht ganz sicher ist mit welchem Winkel seine Ski geschliffen sind, für den ist der Vario-Winkel die bessere Wahl. Beim Kauf der Feilen und Schleifsteine sollte die maximale Feilenbreite und -höhe beachtet werden.

 

Welchen Kantenwinkel schleift man am Besten?

Darüber wird in Foren und an Stammtischen auch mal ausführlich diskutiert. Es gibt allgemein gängige Werte die lauten:

Snowboards        89 Grad seitlich (hinterschliffen) und 1 Grad belagseitig (hängend)
Allroundcarver   88 Grad seitlich (hinterschliffen) und 1 Grad belagseitig (hängend)
Racecarver          87 Grad seitlich (hinterschliffen) und 0,5-0,75 Grad belagseitig (hängend)
Rennläufer          87/86 Grad seitlich (hinterschliffen) und 0,5 Grad belagseitig (hängend) je nach Disziplin

Tatsache ist daß die meisten Ski im Skiservice mit 88/1 geschliffen werden so lange kein extra Rennschliff bestellt und (teuer) bezahlt wird. Wer also nichts sagt bekommt seinen Racecarver der ab Werk 87/0,5 geschliffen ist, halt dann mit 88/1 zurück.

Anderes Beispiel: während die Einen behaupten daß ein 87er Winkel nur von sportlichen Skifahrern gefahren werden sollte, hier die Aussage vom Markführer Fischer, nachzulesen auf der Fischer Website unter FAQ (hier der Originaltext von 2019):

Welchen Auslieferungszustand haben Fischer Ski?

ALPIN: Die Ski sind sofort einsatzbereit. Die Kanten werden belagseitig auf ca. 0,8 Grad und die Seitenkanten auf 3 Grad geschliffen.

Fischer schleift also ALLE Ski mit 87 Grad seitlich und 0,8 Grad hängend. Egal ob Kinderski, Anfängermodelle, Freerideski oder Racecarver. So viel zum Thema Kantenwinkel.

Mein Vorschlag Aufgrund der Rückmeldungen meiner Kunden:

Snowboards                       89 Grad seitlich (hinterschliffen) und 1 Grad belagseitig (hängend)
Normalfahrer/innen        88 Grad seitlich (hinterschliffen) und 0,5-1 Grad belagseitig (hängend)
Sportliche Fahrer/innen  87 Grad seitlich (hinterschliffen) und 0,5-0,75 Grad belagseitig (hängend)

 

So, damit solltest Du genügend Informationen haben um den richtigen Skikantenschleifer zu finden. Entscheidend für das Schleifergebnis sind jedoch die Feilen und Schleifsteine. Dazu findest Du die entsprechenden Informationen ebenfalls im Ratgeber.  

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